Pressestimmen

 

Antilopen

Besprechung von „Antilopen“ des Theater Curioso im Theater Mollerhaus

Arroganz, Alkohol und verschwundene Antilopen

Ein schwedischer Entwicklungshelfer und seine Frau warten in Afrika auf die Ankunft des Nachfolgers. Sie leben wie im Gefängnis und schauen durch ein Drahtgitter in die Außenwelt. Sie sind nervös und haben Angst vor der einheimischen Bevölkerung. Ideale sind zerstört - sie wollten viel erreichen, doch gebaut wurden in 14 Jahren nur drei Brunnen. Die Ehe kriselt und bewegt sich zwischen angedeuteter Leidenschaft und Hass. Diese Szenerie von Henning Mankells Theaterstück „Antilopen“ stellt kritisch die Entwicklungshilfe in Afrika dar. „Sollen wir ihnen helfen zu leben, oder zu sterben?“, fragt die Frau des Entwicklungshelfers. Dieser sozialkritische Stoff wurde jetzt von Sarah C. Baumann, die das Theater „t-raum“ in Offenbach leitet, im Theater Mollerhaus packend inszeniert. Das Stück mit tragik-komischen Elementen lebt von den Dialogen und dem spannungsgeladenen Zusammenspiel der Personen. Die einheimische Bevölkerung bleibt draußen und erscheint nicht auf der Bühne. „Eine außerordentliche schauspielerische Leistung“, so eine Zuschauerin. Ulrich Sommer beeindruckt in der Rolle als arrogant-überheblicher Entwicklungshelfer. Die Schauspielerin und Regisseurin Nicole Amsbeck spielt die Frau des Entwicklungshelfers gekonnt zwischen Wut, Gebrochenheit, Erschöpfung und Resignation. Als Christian Pumm (der schon bei der Neuen Bühne spielte) als naiv-korrekter Nachfolger erscheint, kommt Bewegung ins Spiel - die Konstellationen zwischen den Personen ändern sich und wechseln. Doch steht der neue Entwicklungshelfer wirklich hinter den auswendig gelernten Leitsätzen, die er herunterbetet?

Der als Krimi-Autor bekannte Mankell war schon als Kind von Afrika fasziniert. Seit 1986 lebt er mindestens die Hälfte des Jahres in Mosambiks Hauptstadt Maputo und leitet dort das Teatro Avenida.

Darmstädter Kulturnachrichten, 23.04.12







„…Vorhänge aus Drahtgeflecht gliedern den Bühnenraum im Theater Mollerhaus. Lars und Elisabeth haben sich in ihrer Verachtung verbunkert…Afrika nistet ihnen als Albtraum im Kopf – und als Parasitenwurm im Fuß von Lars (Ulrich Sommer)…Elisabeth bringt für solcheinen Anblick kaum noch Empörung auf. Nicole Amsbeck spielt diese Frau erschöpft undverhärmt, entkräftet und übermüdet. Manchmal gelingt ihr ein feines Lächeln. Wenn Lars umihre Aufmerksamkeit buhlt, dann mobilisiert sie mitleidige Ironie. Wenn sie an seinePäderastenfotos denkt, kocht kurz die Wut in ihr auf. Doch im Grunde haben sich die beidenaneinander erschöpft…Im zweiten Teil, wenn der Nachfolger Martin (Christian Pumm) insSpiel kommt, wird diese Figur zum Katalysator, der Schwung ins Ehedrama bringt. Lars wirdauf zynische Weise gemütlich, schwadroniert von Prostitution, Korruption und Schmuggel inAfrika, Elisabeth pfeift entspannt, weil all der Frust sich jetzt an ihrem Gast entlädt. So sehrTheater Curioso das absurde Drama in diesem Stück unterläuft, so wirkungsvoll packt dieInszenierung am Ende die böse Farce... Dass Lars und Elisabeth kein Afrika brauchen, umsich gemeinsam das Leben zu versauern, das legt die Darmstädter Inszenierung nahe.Verbunkern können sich diese beiden auch in Europa….  

Darmstädter Echo, 26.03.12

http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/theater/schauspiel/verbunkert-in-afrika;art1090,2744985


 

Tagebuch eines Wahnsinnigen

“Dieses Schauspiel ist verstörend gut. Wie da ein Mensch sich entblößt bis aufs flatternde Hemd des Wahnsinns, kann bewegender nicht dargestellt werden. Das ‚Tagebuch eines Wahnsinnigen’ von Nikolai Gogol ist ein Bravourstück für Schauspieler Ulrich Sommer vom ‚Theater Curioso’. …
In seinem einstündigen Solo unter Regie von Gabriela Reinitzer zeigt er den Mensch als einen Schutzlosen, sobald die Liebe ihm die abgestumpften Wege der Routine verschlossen hat …Ulrich Sommer brilliert in aberwitzigen Dialogen mit dem Hund der Angebeteten, liest Briefe, hündisch erdichtet im Reich unrettbarer Sehnsucht…und nutzt diese Absurdität grandios …Ulrich Sommer zeichnet den heillosen Wahnwitz mit Intensität nach, auf die tosender Applaus folgt.“

Darmstädter Echo 21.03.2011

http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/theater/schauspiel/spott-bannt-die-verzweiflung;art1090,1698879

 

 

Enigma

„In rasantem Tempo werden die Zuschauer nun immer wieder an der Nase herumgeführt. Die Überraschungseffekte verfehlen kein einziges Mal ihre Wirkung, das liegt vor allen Dingen daran, dass Armin Hauser und Michael Ihringer das Potenzial der Vorlage schauspielerisch gut umsetzen. Bis zur letzten Szene faszinieren sie das Publikum, das die schauspielerischen Leistungen mit Bravo-Rufen quittiert.“
Darmstädter Echo 20.04.2009

„ Kein Gespräch, sondern ein verbaler Zweikampf ist im Theater Moller Haus zu sehen. Hauser und Ihringer vermitteln glaubhaft die Spannung zwischen dem störrischen Einsiedler und seinem scheinbar bescheidenen Besucher, die ein gemeinsames Geheimnis haben, das aber nur einer von beiden kennt.“
Frankfurter Rundschau 16.04.2009


"... Beeindruckende Inszenierung des Dramas "Enigma"... Regisseur Ulrich Sommer inszenierte den verbissenen Schlagabtausch um grundlegende existentielle Fragen wie Lüge oder Wahrhaftigkeit, Leidenschaft oder Gewohnheit, Liebe und / oder Sexualität... ein Drama mit überraschenden Wendungen, fesselnd auf die Bühne der Kammerspiele gebracht." 

Mainzer Allgemeine Zeitung 21.01.2010

 

Gern - Gerner - Gernhardt

„…Die Schauspieltruppe spielte und rezitierte die Kurzszenen….im
Theater Mobile vor einem höchst amüsierten Publikum. Der Titel … versprach zu Recht einen heiter-
skurrilen Abend…“
„…(Günter Bozem) trug zur Erheiterung  Wesentliches mit bei. …untermalte die skurrilen Wort- und
Denkspielereien mit … herrlich schräger Begleitmusik.“
                                                                                                         Bergsträßer Anzeiger März 2009

 

… die Darsteller widmeten sich Gernhardts Erzählband „Kippfigur“ mit pointierten Darstellungen von Personen in komischen Alltagssituationen und aberwitzigen Rezitationen … dabei sind es hauptsächlich die kleinen Konflikte im Kampf der Geschlechter, die den leisen Humor des Theaterpublikums wecken …

Südthüringsche Zeitung 26.10.2010

 

Die Darsteller des Theater Curioso bewiesen beim Rezitieren niveauvoller und amüsanter Text ihr schauspielerisches Talent und waren stetes perfekt auf einander abgestimmt… Der Percussionist Günter Bozem sorgte mit seinen ideenreichen „Geräuschen“ im besten Gernhardtschen Sinne für Lacher … Das erfreulich große Auditorium konnte vier begabten Künstlern und einem abgerundeten und stimmigen Programm lauschen…

Langener Zeitung 15.02.2010